Wie viele Füße hat ein Tausendfüßer?
- vor 24 Stunden
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Und wie viele hat ein Hundertfüßer?
Wer so einem Tausendfüßer begegnet, fragt sich oft: Wieso heißt der so? Hat er wirklich genau 1.000 Beine? Und wie ist es beim Hundertfüßer – trägt er seinen Namen zurecht?

Tausendfüßer: Viele, viele Beine, aber weniger als tausend
Tausendfüßer, korrekt Doppelfüßer (Diplopoda), haben je nach Art 17 bis 375 Beinpaare. Das entspricht maximal rund 750 Beinen. So enorm das auch ist – auf die besagten 1.000 Füße bringt es keine der bekannten Arten.
Der Name ‘Doppelfüßer’ bezieht sich darauf, dass viele Rumpfsegmente paarweise verschmolzen sind, sodass jedes Doppelsegment zwei Beinpaare trägt.
Mit mehr als 12.000 bekannten Arten sind Tausendfüßer weltweit verbreitet. Sie leben meist verborgen im Boden, unter Laub oder Totholz.
Winzlinge bei uns, Riesen im Tropenwald
Die Größenunterschiede zwischen den Tausendfüßerarten sind erheblich. In Mitteleuropa – auch in Deutschland – bleiben die meisten Arten relativ klein und erreichen oft nur wenige Zentimeter Länge.
In den Tropen dagegen gibt es deutlich größere Formen. Einige Arten werden über 10 Zentimeter lang, besonders große Vertreter sogar noch deutlich darüber. Diese Tiere wirken durch ihre vielen Segmente und Beine besonders eindrucksvoll, sind aber trotz ihrer Größe völlig harmlos.
Harmlos, aber nicht wehrlos
Tausendfüßer sind keine Jäger, sondern überwiegend Zersetzer. Sie ernähren sich von abgestorbenem Pflanzenmaterial und tragen damit, ähnlich wie z. B. Regenwürmer, wesentlich zum Abbau organischer Substanz bei.
Bei Gefahr rollen sich viele Arten ein. Zusätzlich können sie ein stark riechendes Sekret absondern, das Fressfeinde abschreckt. Dieses Sekret kann auf menschlicher Haut Reizungen verursachen.
Hundertfüßer: Mal mehr, mal weniger Beine – aber nie genau hundert
Hundertfüßer, die Chilopoda, besitzen je nach Art zwischen 15 und 191 Beinpaare. Das entspricht 30 bis 382 Beinen.
Besonderheit: Die Anzahl der Beinpaare ist immer ungerade. Genau 50 Paare – also 100 Beine – kommen daher nie vor.
Angriff statt Flucht
Im Gegensatz zu den Tausendfüßern sind Hundertfüßer aktive Jäger. Sie bewegen sich schnell und erbeuten Insekten, Spinnen und andere kleine Tiere. Hundertfüßer töten ihre Beute mit einem Giftbiss. Das Gift wird über umgebildete Vorderbeine (Kieferfüße) injiziert.
Viele Arten reagieren auf Störungen nicht mit Flucht, sondern aggressiv. Ein Biss ist für den Menschen in der Regel sehr schmerzhaft, meist aber ungefährlich. Bei großen tropischen Arten kann er jedoch ernsthafte Beschwerden verursachen.
Auch bei uns zu finden – aber meist gut versteckt
Hundertfüßer sind weltweit verbreitet und kommen auch in Deutschland vor. Hier leben sie meist verborgen im Boden, unter Steinen, in morschem Holz oder im Laub. Die heimischen Arten bleiben in der Regel relativ klein und werden meist nur wenige Zentimeter lang. Nur selten bekommt man sie überhaupt zu Gesicht.
In den Tropen dagegen treten deutlich größere Arten auf. Einige erreichen über 20, teils bis zu 30 Zentimeter Länge und wirken entsprechend eindrucksvoll und durchaus auch bedrohlich.
Fazit:
Beide tragen ihre Namen zu Unrecht. Tausendfüßer bringen es in Wirklichkeit auf maximal 750 Beine, also deutlich weniger als ihr Name besagt. Der Hundertfüßer hat zwar oft sogar mehr als 100 Beine, aber eben nie genau 100.







