Hast Du Angst vor dem Penisfisch?
- vor 23 Stunden
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Aktualisiert: vor 7 Stunden
Die Legende vom Candiru - Mythos oder Wirklichkeit?
Eine hartnäckige Legende
Der Candiru (Vandellia cirrhosa) ist ein winziger Süßwasserfisch, der im Amazonasbecken lebt. Trotz seiner geringen Größe gilt er als einer der berüchtigtsten Fische Südamerikas. Ursache dafür ist eine weitverbreitete Erzählung:
Der - sehr schlanke - Fisch soll durch die Harnröhre badender Menschen eindringen und sich dort festsetzen. Er wird daher oft als Penisfisch oder Harnröhrenwels bezeichnet.
Der Candiru ist ein Wels
Der überwiegend nachtaktive Candiru gehört zur Familie der Schlankenwelse (Trichomycteridae). Er lebt in Flüssen und Überschwemmungsgebieten des Amazonas- und Orinokosystems. Er wird nur zwei bis fünf Zentimeter groß und ist extrem schlank.
Er ist ein Parasit
Candirus ernähren sich von Blut. Hierzu dringen sie in die Kiemenhöhlen größerer Fische ein und verankern sich dort mithilfe kleiner Dornen. Diese parasitische Lebensweise bildet ihre ökologische Nische.
Die frühere Annahme, die Fische würden vom Geruch von Urin angezogen, gilt heute als widerlegt. Experimente zeigen, dass sie sich primär an Wasserströmungen und chemischen Signalen orientieren, die von Fischen ausgehen.
Der Ursprung des Mythos
Im Amazonasgebiet existieren seit langem Berichte, nach denen Candirus in Körperöffnungen eindringen. Daraus entwickelte sich die Vorstellung, der Fisch könne in die menschliche Harnröhre gelangen, was sicherlich auch zur oben erwähnten "Uringeruch-Theorie" beitrug. Einige indigene Gruppen tragen deshalb beim Baden Schutzvorrichtungen wie z. B. Penishüllen. Solche Praktiken spiegeln aber nur kulturelle Überlieferungen wider und sind kein Beweis für tatsächliche Vorfälle.
Wissenschaftliche Bewertung
Bis heute existiert kein eindeutig belegter Fall, bei dem ein Candiru in eine menschliche Harnröhre eingedrungen ist.
Ein häufig zitierter medizinischer Bericht aus dem Jahr 1997 wird in der Fachliteratur sehr kritisch beurteilt, da wichtige Belege fehlen und das geschilderte Verhalten biologisch kaum plausibel erscheint. Ichthyologen ("Fischforscher") gehen daher davon aus, dass die Erzählung auf Fehlinterpretationen, Übertreibungen und kulturellen Überlieferungen beruht.*
Doch trotz fehlender Beweise und großer wissenschaftlicher Zweifel hält sich der Mythos hartnäckig.
Fazit:
Der Candiru ist ein hochspezialisierter Parasit von Fischen, stellt jedoch keine reale Gefahr für Menschen dar. Die Vorstellung vom „Penisfisch“ gehört in den Bereich der Legenden und kulturellen Erzählungen.


