Können Flusspferde schwimmen?
- vor 11 Stunden
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Flusspferde verbringen bis zu 16 Stunden am Tag im Wasser – wirklich schwimmen können sie jedoch nicht
Fortbewegung unter Wasser
Flusspferde (Hippopotamus amphibius) besitzen eine hohe Körperdichte und extrem massive Knochen (Osteosklerose). Während viele Säugetiere durch Fettgewebe und luftgefüllte Körperräume Auftrieb erhalten, sinken Hippos im Wasser nach unten. Dadurch behalten sie Bodenkontakt und können sich kontrolliert fortbewegen.*
In tieferen Bereichen stoßen sie sich mit den Hinterbeinen vom Untergrund ab und gleiten anschließend vorwärts. Diese Bewegungsweise wird häufig als eine Art „Unterwasser-Galopp“ beschrieben. Die Tragkraft des Wassers lässt ihre Bewegungen trotz des enormen Körpergewichts erstaunlich leicht und nahezu schwerelos wirken.
Atmen ohne aufzuwachen
Zum Atmen drücken sich Flusspferde vom Gewässergrund ab, steigen kurz zur Oberfläche auf und sinken danach wieder hinab. Dieser Vorgang wird automatisch gesteuert und funktioniert auch im Schlafzustand: Die Tiere tauchen auf, holen Luft und sinken anschließend wieder ab, ohne vollständig aufzuwachen.

Warum Flusspferde im Wasser leben
Die enge Bindung ans Wasser ist eine Überlebensstrategie. Die Haut der Hippos trocknet schnell aus und ist empfindlich gegenüber intensiver Sonneneinstrahlung. Ein rötliches Hautsekret wirkt als natürlicher Sonnenschutz und besitzt antibakterielle Eigenschaften, doch erst das kühle Wasser schützt den massigen Körper effektiv vor Überhitzung.
In flachen Gewässerzonen ragen daher meist nur Augen, Ohren und Nasenlöcher aus dem Wasser – eine ideale Position zum Atmen und Beobachten der Umgebung.

Fressen an Land statt im Wasser
Obwohl Flusspferde den Tag im Wasser verbringen, erfolgt die Nahrungsaufnahme größtenteils an Land. Nach Einbruch der Dunkelheit verlassen sie die Gewässer und folgen festen Wechseln zu ihren Weideplätzen. Dabei können sie mehrere Kilometer zurücklegen und bis zu 40 Kilogramm Gras pro Nacht aufnehmen. Wasserpflanzen spielen in ihrer Ernährung nur eine sehr geringe Rolle.

Perfekt an ein Leben zwischen Wasser und Land angepasst
Flusspferde sind also zwar keine Schwimmer, aber hervorragend angepasste Unterwasserläufer. Ihr hohes Körpergewicht ermöglicht stabilen Halt am Gewässergrund, während kurze Aufstöße zur Oberfläche das Atmen ermöglichen. Diese Fortbewegungsweise erlaubt ihnen eine sichere und energieeffiziente Bewegung im Wasser.

Übrigens: Hippos haben großen Einfluss auf ihre Umwelt
Flusspferde beeinflussen ganze Flussökosysteme. Da sie nachts an Land fressen und ihre Ausscheidungen im Wasser abgeben, transportieren sie große Mengen Nährstoffe vom Land in Gewässer. Diese natürliche Düngung kann das Wachstum von Algen und Mikroorganismen fördern und die Produktivität ganzer Flusslandschaften prägen.
Quellen:
* Coughlin, B. L. & Fish, F. E. (2009). Hippopotamus underwater locomotion: reduced-gravity movements for a massive mammal. Journal of Mammalogy, 90(3), 675–679. https://doi.org/10.1644/08-MAMM-A-277.1




