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Beißen oder stechen Ameisen?

  • vor 2 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

Wer sich schon einmal versehentlich auf ein Ameisennest gesetzt hat, kennt das unangenehme Brennen, das Ameisen auf der Haut verursachen können. Doch was löst den Schmerz eigentlich aus? Beißen Ameisen oder stechen sie? Die Antwort lautet: Das hängt von der Ameisenart ab.

Ameisen ohne Giftstachel

Die meisten bei uns heimischen Ameisen besitzen keinen Giftstachel. Dies gilt auch für Deutschlands häufigste Ameisenart, die Schwarze Wegameise (Lasius niger), die regelmäßig im Garten, auf der Terrasse oder an der Hauswand anzutreffen ist. Die Arbeiterinnen setzen zur Jagd, im Kampf gegen andere Völker und zur Verteidigung ihre kräftigen Mundwerkzeuge ein, die sogenannten Mandibeln. Eine eigene Soldatenkaste gibt es bei der Schwarzen Wegameise nicht.

Während oder unmittelbar nach dem Biss geben die Tiere Ameisensäure aus einer Drüse an ihrem Hinterleib auf die verletzte Haut ab. Dadurch entsteht das typische Brennen, das viele Menschen irrtümlich für einen Stich halten.


Die Schwarze Wegameise – kein Giftstachel, aber kräftige Mandibeln (Foto: AfroBrazilian)
Die Schwarze Wegameise – kein Giftstachel, aber kräftige Mandibeln (Foto: AfroBrazilian)

Ameisen mit Giftstachel

Es gibt jedoch auch Ameisen mit einem Giftstachel. Ein bekanntes Beispiel aus unserer Heimat ist die häufige Rote Gartenameise (Myrmica rubra).

Auch bei der Roten Gartenameise sind die Arbeiterinnen für Jagd und Verteidigung zuständig. Wie Ameisen ohne Stachel packen auch sie ihr Opfer zunächst mit ihren Mandibeln. Statt jedoch Ameisensäure auf die Bisswunde abzugeben, stechen sie mit ihrem Giftstachel und injizieren ein Gift. Ihre Stiche gehören zu den schmerzhaftesten unserer heimischen Ameisenarten, sind jedoch deutlich weniger schmerzhaft als Wespenstiche.


Die Rote Gartenameise – eine heimische Ameisenart mit Stachel
Die Rote Gartenameise – eine heimische Ameisenart mit Stachel

Sogar der schmerzhafteste Insektenstich der Welt stammt von einer Ameise

Der wohl extremste Vertreter der stechenden Ameisen lebt in den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas: die 24-Stunden-Ameise (Paraponera clavata).

Mit einer Körperlänge von bis zu drei Zentimetern zählt sie zu den größten Ameisen der Welt. Ihren Namen verdankt sie den außergewöhnlich starken Schmerzen, die nach einem Stich oft viele Stunden und mitunter fast einen ganzen Tag anhalten können. Ihr Stich gilt als der schmerzhafteste im gesamten Insektenreich. Mehr darüber erfährst du im Artikel „Der schmerzhafteste Insektenstich der Welt?“


Stachel einer 24-Stunden-Ameise (Foto: The Next Gen Scientist)
Stachel einer 24-Stunden-Ameise (Foto: The Next Gen Scientist)

Fazit

Ob eine Ameise beißt oder sticht, hängt von der Art ab. Die meisten heimischen Arten – darunter die Schwarze Wegameise – besitzen keinen Giftstachel. Sie beißen mit ihren Mandibeln und geben dabei Ameisensäure auf die Bisswunde ab. Einige Arten, etwa die Rote Gartenameise, besitzen dagegen einen Giftstachel und können tatsächlich stechen.


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