Alle Meeressäuger sind Fleischfresser – bis auf einen!
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Nicht alle Meeressäuger sind Fleischfresser
Was versteht man überhaupt unter Meeressäugern?
Eine allgemein anerkannte biologische Definition des Begriffs „Meeressäuger“ existiert nicht. In der Zoologie versteht man darunter meist Säugetiere, die an das Leben im Meer angepasst sind und sich überwiegend oder ausschließlich dort ernähren.
Zu den Meeressäugern zählen die Wale sowie die meisten Delfine (streng genommen ebenfalls Wale), Robben und Seekühe. Auch der Seeotter (Enhydra lutris) und der Küstenotter (Lontra felina) werden in der Regel dazu gerechnet. Darüber hinaus wird häufig auch der Eisbär (Ursus maritimus) zu den insgesamt rund 130 Arten von Meeressäugern gezählt.*

Nicht alle leben permanent im Meer
Auch wenn das Meer für diese Tiere eine zentrale Lebensgrundlage ist, bedeutet das nicht, dass die Tiere permanent darin leben. Robben, Otter und vor allem Eisbären verbringen auch sehr viel Zeit an Land. Letztere oft sogar mehrere Monate. Dafür sind die reinen Meeresbewohner, also Wale, Delfine und Seekühe, noch einmal besser an das Leben im Wasser angepasst. Doch auch sie stammen alle von Landbewohnern ab.
Alle Meeressäuger sind Fleischfresser. Fast alle.
Während sich Otter und Robben vor allem von Fischen und Krebstieren ernähren, gibt es bei der Ordnung der Wale größere Unterschiede in den Speiseplänen. Während sich die zahnlosen Bartenwale wie der Blauwal (Balaenoptera musculus) vor allem von Plankton und in geringerem Maße von Schwarmfischen ernähren, sind die Zahnwale – hierzu gehören auch die Delfine – ausgesprochene Jäger. Sie stellen vor allem Fischen und Tintenfischen nach. Der bis zu zehn Meter große Orca (Orcinus orca) jagt aber auch Robben und schreckt sogar vor anderen Walarten und dem Weißen Hai (Carcharodon carcharias) nicht zurück. Doch es gibt eine Ausnahme!
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Nur Seekühe sind reine Pflanzenfresser
Die Seekühe (Sirenia) sind die einzigen Meeressäuger, die sich ausschließlich von Pflanzen ernähren. Zu dieser Ordnung gehören heute noch vier Arten: der Karibik-Manati (Trichechus manatus), der Amazonas-Manati (Trichechus inunguis), der Afrikanische Manati (Trichechus senegalensis) und der im tropischen Asien, Australien und Ozeanien heimische Dugong (Dugong dugon).
Mit Ausnahme des Amazonas-Manati, der ausschließlich im Süßwasser lebt, nutzen alle Seekühe sowohl Küstengewässer als auch Brack- und Süßwasser und wechseln regelmäßig zwischen diesen Lebensräumen.
Die bis zu vier Meter großen und eine halbe Tonne schweren Tiere können im Gegensatz zu den auf den ersten Blick ähnlichen Robben das Wasser nicht verlassen. Sie ernähren sich von Seegras und anderen Wasserpflanzen, daneben auch von Algen. Blätter von Mangrovenbäumen werden ebenfalls gefressen, sofern sie vom Wasser aus erreichbar sind.
Sie benötigen täglich 5-15 % ihres Körpergewichts an Nahrung, was bei großen Tieren bis zu 90 Kilogramm sein kann.** Daher sind sie die meiste Zeit des Tages mit Fressen beschäftigt.
Warum sind so wenige Meeressäuger reine Pflanzenfresser?
Fast alle Meeressäuger ernähren sich von tierischer Nahrung, weil sie energiereicher und leichter verwertbar ist als pflanzliche Kost. Wasserpflanzen enthalten viel schwer verdauliche Zellulose und liefern vergleichsweise wenig Energie. Seekühe haben sich als obligat herbivore (ausschließlich pflanzenfressende) Säugetiere auf diese energiearme Nahrung spezialisiert – sie leben in flachen, pflanzenreichen Gewässern und können große Mengen an Seegras und anderen Wasserpflanzen aufnehmen und verdauen.
Übrigens: Nicht alle Delfine und Robben leben im Meer
Der Vollständigkeit halber soll noch erwähnt werden, dass nicht alle Robben und Delfine im Meer zuhause sind. So gibt es beispielsweise in Südamerika und China Flussdelfine sowie mit der Baikalrobbe (Pusa sibirica) im russischen Baikalsee eine Robbe, die ausschließlich im Süßwasser lebt.
Quellen:
* Jefferson, T. A., Webber, M. A., & Pitman, R. L. (2011). Marine mammals of the world: a comprehensive guide to their identification. Elsevier.
** Larkin, I. L. V., Fowler, V. F., & Reep, R. L. (2013). Digestive efficiencies of ex situ and in situ West Indian manatees (Trichechus manatus latirostris). Physiological and Biochemical Zoology, 86(1), 1–10.










