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Lesbische Echse - der Neumexiko-Peitschenschwanz

  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Es gibt nur Weibchen, kein Männchen


Neumexiko-Peitschenschwanz (Foto: G. Schechter)
Neumexiko-Peitschenschwanz (Foto: G. Schechter)

Der Neumexiko-Peitschenschwanz (Aspidoscelis neomexicana) gehört zu den ungewöhnlichsten Wirbeltieren Nordamerikas. Die im Südwesten der USA lebende Echsenart besteht ausschließlich aus Weibchen – Männchen existieren nicht. Entstanden ist die Art durch die Kreuzung zweier Peitschenschwanzarten. Aus dieser Hybridisierung entwickelte sich eine stabile, rein weibliche Linie – ein bemerkenswertes Beispiel dafür, dass durch Kreuzungsereignisse neue Arten entstehen können.


Parthenogenese macht Partner unnötig

Die Fortpflanzung erfolgt durch Parthenogenese, auch Jungfernzeugung genannt. Dabei entstehen Embryonen aus unbefruchteten Eiern. Jedes Tier kann sich allein vermehren; ein Partner ist nicht nötig.

Normalerweise enthalten Eizellen nur den halben Chromosomensatz und werden erst durch ein Spermium vollständig. Beim Neumexiko-Peitschenschwanz wird das Erbgut vor der Eibildung jedoch verdoppelt. So entsteht eine vollständige Eizelle, aus der sich ein lebensfähiger Embryo entwickeln kann.

Die Jungtiere sind ihrer Mutter genetisch nahezu identisch. Unterschiede entstehen nur durch Mutationen.


Sie "paaren" sich trotzdem

Trotz fehlender Männchen zeigen die Tiere ein Paarungsverhalten: die sogenannte Pseudokopulation. Ein Weibchen übernimmt dabei die aktive Rolle und besteigt ein anderes. Dieses hormonell gesteuerte Verhalten dient nicht der Befruchtung, sondern stimuliert den Fortpflanzungszyklus. Weibchen, die solche Interaktionen erleben, legen häufiger und regelmäßiger Eier. Zur Fortpflanzung zwingend notwendig ist dieses Verhalten jedoch nicht.


Tagaktiver Jäger

Der Neumexiko-Peitschenschwanz bewohnt halbtrockene Grasländer und Buschlandschaften in New Mexico sowie angrenzenden Regionen von Arizona und Texas. Die tagaktiven Echsen jagen Insekten und andere wirbellose Tiere. Da jedes Tier fortpflanzungsfähig ist, können geeignete Lebensräume schnell besiedelt werden. Theoretisch kann bereits ein einziges Tier eine neue Population begründen.


Der Neumexiko-Peitschenschwanz zeigt eindrucksvoll, dass Fortpflanzung ohne Männchen bei Wirbeltieren möglich ist und dass Sexualverhalten nicht zwangsläufig mit Befruchtung verbunden sein muss. Gerade deshalb gilt diese Art als wichtiger Modellorganismus für die Evolutions- und Fortpflanzungsforschung.



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