Können Pferde kotzen?
- 8. Nov. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 7 Stunden
"Man hat schon Pferde kotzen sehen." Auch wenn diese Redewendung schon etwas in die Jahre gekommen ist, kennt sie wohl jeder. Aber können Pferde sich überhaupt erbrechen?
Nein, können sie nicht. Aber warum nicht?
Pferde haben eine Besonderheit, die sie von den meisten anderen Tieren unterscheidet: Sie können sich schlicht und einfach nicht übergeben. Aber warum ist das so, und was bedeutet das für ihre Gesundheit?
Die spezielle Anatomie des Pferdemagens
Der Hauptgrund, warum Pferde nicht erbrechen können, liegt in der Anatomie ihres Verdauungssystems. Der Übergang zwischen Speiseröhre und Magen wird von einem Schließmuskel, dem sogenannten Kardia-Schließmuskel, verschlossen. Bei Pferden ist dieser Muskel so stark, dass er sich nicht nach oben hin öffnet – im Gegensatz zu anderen Tieren, bei denen dieser Muskel sich öffnen kann, um Erbrechen zu ermöglichen. Zusätzlich sorgt der fast waagerechte Winkel zwischen Speiseröhre und Magen dafür, dass der Rückfluss von Nahrung nahezu unmöglich ist.
Nicht erbrechen zu können ist für Pferde ein großer Nachteil
In der Natur fressen Pferde viele Stunden täglich und nehmen dabei eine Vielzahl von Pflanzen auf. Das Problem: Nicht alle Pflanzen sind gut für den Pferdemagen. Wenn ein Pferd eine giftige oder schlecht verdauliche Substanz zu sich nimmt, hat es im Gegensatz zu anderen Tieren keine Möglichkeit, diese durch Erbrechen wieder loszuwerden. Stattdessen muss alles, was das Pferd frisst, den kompletten Verdauungstrakt passieren. Das erhöht das Risiko für Magenprobleme und vor allem für Koliken, die für Pferde lebensbedrohlich sein können.
Die Gefahr von Koliken und Blähungen
Da Pferde das aufgenommene Futter nicht erbrechen können, kann es bei falscher Fütterung oder Stress leicht zu Koliken kommen – eine der häufigsten und gefährlichsten Krankheiten bei Pferden. Koliken sind eine Art Bauchschmerzen, die durch Magen- und Darmprobleme verursacht werden, oft begleitet von Gasansammlungen. Dieses Gas kann im Verdauungstrakt nicht entweichen, und da ja kein Erbrechen möglich ist, kommt es schnell zu einer schmerzhaften und oft gefährlichen Dehnung des Magen-Darm-Bereichs. Bei schweren Koliken kann eine sofortige tierärztliche Behandlung notwendig sein, um den Tod des Tieres zu verhindern. Gewissenhafte Pferdehalter minimieren das Risiko, indem sie für ausgewogene Fütterung, wenig Stress, ein ausreichendes Wasserangebot und natürlich Bewegung sorgen. Folgendes hilft dabei:




